KI - DAO - I GING

KI - DAO und das I GING

Teil II

Im letzten Artikel habe ich versucht den Begriff  道 DAO (DO), der nach Laotse eigentlich mit Worten nicht zu erfassen ist, dennoch durch Betrachtung der archaischen, chinesischen Schriftzeichen Ihnen näher zubringen. Heute wenden wir uns dem Zeichen 氣 Qi, respektive Chi oder koreanisch Ki zu, wie es beispielsweise auch im Mittelteil unseres Kampfkunstnamens:


道  HAPKIDO  합


zu finden ist. Das ursprüngliche Zeichen für Ki deutete Luftströmungen an und seine Darstellung ähnelte dem I GING Zeichen für Himmel, das mit drei waagrechten Linien dargestellt wird. Später wurde es auch zur Unterscheidung für „drei“ 三 (Sān) jeweils an den zwei äußeren Enden aufgebogen. Mit der Zeit kam dann auch noch das Zeichen für Reis 米 (Mi) hinzu, da man nach Heben des Deckels einer Schale mit frisch im Wasser gekochten Reis, den wohlriechenden Dampf aufsteigen sehen und riechen kann. In der heutigen Form verschwand der Teil mit dem Reiskorn wieder und wird nur noch bei traditionellen Anwendungen wie beispielsweise in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) oder auch in der Diätetik verwendet. Und so finden wir es auch in der chinesischen Schreibweise für das Ki im Hapkido wieder, da es auch dort um Lebenskraft und Vitalität geht, die es zu bewahren und zu nähren gilt. Grundsätzlich lassen sich im I GING die zwei polaren Kräfte Jin (koreanisch: Um) und Yang auch in unserem Begriff für KI wiederfinden, denn jede Kraft wie auch der Atem hat seine Gegenkraft! Wir atmen ein (Um) und wir atmen aus (Yang). Solange Einatmen und Ausatmen in Balance sind und miteinander harmonieren ist unsere Welt in Ordnung! Entsteht jedoch ein Ungleichgewicht durch falsche Atmung oder falsche Ernährung werden wir krank und verlieren unsere Gesundheit! Daneben muss man sowohl für die Yang-Energie wie auch für die Um-Energie zwischen äußerem KI und inneren KI unterscheiden. Für einen gesunden, vitalen Körper und auch in gleicher Weise für einen kraftvollen und frischen Geist ist es unabdingbar, seine in sich innewohnenden Kräfte zu kennen und in geeigneter Weise zu mobilisieren. Unser Grundverständnis für ein positives Qi sollte sein, dass wir als noch ungeborener Mensch durch das KI der Mutter über den Bauchnabel mit allem für das Leben notwendigem versorgt und ernährt wurden. Mit der Geburt, wurde diese Zuleitung in unserer Körpermitte gekappt und wir erhielten einen Klaps auf den Po, um die Lungenfunktion in Gang zu bringen. Daneben mussten wir flüssige und feste Nahrung in angemessener Weise zu uns nehmen um unseren Körper gesund zu erhalten. 

Im obigen Bild sitze ich vor einer Kalligraphie, die ich einst von meinem über 80 jährigem Vorbild Großmeister Seo, Yoon Nam zu meiner Dojang Eröffnung als Geschenk erhielt. Meister Seo ist auch heute noch topfit und ich gratuliere ihm herzlich zu seinem Geburtstag am 23. Januar! Mein Ziel war es dreißig Kilogramm Fett zu verlieren; Wie ich mit Motivation und KI-Arbeit bereits nach nur zehn Wochen über 13 Kilogramm verloren habe, werde ich Ihnen in der nächsten Ausgabe berichten. Haben Sie ähnliche Ziele? Vielleicht helfen Ihnen meine Erfahrungen weiter!

Ihr Uwe Wischhöfer (uw)

Uwe Wischhöfer
NLP-Practitioner, DVNLP  /NLP-Master, DVNLP Hapkido 4. Dan, KHCA, Taekwondo 4. Dan, Kukkiwon Goboren 1963 - Kampfkünstler seit 1974 -  Gründung Yi-Jing-Do Akademie (Hapkido / Taekwondo / Kickboxen / Fitness / Bewusstseinsarbeit) Februar 2003.  Kampfkunstjournalist und Autor mit zahlreichen Publikationen zur Bewusstseinsarbeit mit dem I Ging (dem chinesischen Buch der Wandlungen) sowie diversen Technikserien im "TAEKWONDO AKTUELL" (Park Verlags GmbH Stuttgart) 2008 bis 2016 .  Verlagsgründung: HAPKIDO magazin 2018